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UNSER LEITBILD

„Das Leben hat einen Sinn und behält ihn unter allen Umständen auch im Leiden.“ Viktor Frankl

Weniger Heim, mehr Zuhause – einfach Familie. Wir akzeptieren das biologische Schicksal eines jeden – was nichts anderes bedeutet: wir helfen so viel wie nötig und so wenig wie möglich. Wir sehen in den Einschränkungen, die Alter und Krankheiten mit sich bringen, eine noch größere Freiheit, sein Leben zu gestalten. Aktivierende Pflege macht zufrieden und jedes Quentchen, dass dazu beitragen kann, selbstständig und frei seinen Tagesablauf zu gestalten, wird von uns aufgenommen und angewendet. Es sind diese Minimalfreiräume, die selbst unsere schwerst pflegebedürftigen Mitbewohner selber gestalten. Wir sehen ehrfürchtig und lernend auf ihre Lebenserfahrung und Mut, sich jeden Tag ihrem Schicksal zu stellen.

RIECHST DU DAS AUCH...?

Ja, manchmal riecht es nach Pipi und man hört jemanden wiederholt rufen – so ist unser Alltag. Wir haben lange im Team diskutiert, ob wir das so schreiben „dürfen“. Die Angst, abzuschrecken steht im Raum. Wir haben uns trotzdem dafür entschieden. Warum? Wir möchten die Akzeptanz fördern, dass der Kontrollverlust im Alter etwas ganz Normales ist, der mehr oder weniger einen jeden von uns ereilen wird. Wir möchten die Scham, ja, auch das Fremdschämen, vorwegnehmen und damit auflösen. Es darf sein, das Riechen, das Rufen, das Duften und Klopfen.

Natürlich lenken wir die Rufenden ab, sprechen mit ihnen. Selbstverständlich sorgen wir für frische Kleidung und gute Versorgung bei Inkontinenz. Trotzdem, es bleiben Merkmale des Alters und eines Pflegeheims. Und lieber nehmen wir das vorweg als das wir so tun als ob… Damit bleibt dann auch mehr Zeit, über die wirklich wichtigen Dinge bei Ihrem ersten Besuch bei uns zu sprechen.

DAS ICH WIRD ICH ERST AM DU*

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*schon wieder der Frankl

Unsere Mitarbeiter profitieren davon, dass sie von unseren Mitbewohnern nicht nur als Tätige, sondern als Mensch wahrgenommen werden. Sie finden ein liebes Wort, eine streichelnde Geste oder auch nur einen lauten Ruf oder Scherz. Das macht Beziehungen in unserem Haus wertvoll und lebenswert. So sehr, dass die Bewohner teilweise wie eigene Großeltern wahrgenommen und Mitarbeiter wie Enkel adoptiert und dementsprechend auch mal geschimpft und ermahnt werden.

DER LETZTE TAG...

An jedem Weihnachtsfest erinnern wir uns der Bewohner, die uns in dem Jahr verlassen haben. Das ist oft ein ganz schwerer schöner Moment in unserem Pflegealltag und so manche Träne wird dabei vergossen. Denn wir vermissen wie die Angehörigen diejenigen, die uns ans Herz gewachsen sind. Wir haben sie in guten wie in schlechten Tagen begleitet und wir holen uns Unterstützung durch den Hospizdienst Ammersee e.V., durch geistlichen Beistand, aber vor allem durch Palliativ Mediziner. Ein Bewohner soll, wenn gewünscht, nicht in seinen letzten Tagen noch von der gewohnten Umgebung ins unbekannte Krankenhauszimmer wechseln müssen.